Umgang mit Partnerverlust

Wer seinen Partner durch Tod verliert, durchlebt zuerst tiefe Trauer und Schmerz.

 

Erst nach einiger Zeit nimmt man die neue Lebenssituation und

die daraus resultierenden Schwierigkeiten bewusst wahr.

 

Verändern sich auch die Beziehungen zu anderen Menschen,

wenn man plötzlich allein stehend ist?

 

Die Berliner Soziologin Betina Hollstein ist dieser Frage nachgegangen.

 

"Um nach dem Tod des Partners wieder ein befriedigendes Leben führen zu können, muss der Hinterbliebene seine Beziehungen ausbauen"

hat Hollstein herausgefunden.

Menschen, die keine neuen Kontakte knüpfen und nur versuchen

bestehende Beziehungen zum Beispiel zu Familienangehörigen zu intensivieren,

vereinsamen oft und sind mit ihrem Leben unzufrieden.

Wer dagegen versucht, den Wegfall der Partnerschaft durch verschiedene Freizeitaktivitäten zu kompensieren, hat eine neue Lebensgrundlage gefunden.

Seien es Reisen oder ehrenamtliches Engagement:

Aktivitäten können eine Partnerschaft ersetzen oder aber dazu dienen,

Menschen kennen zu lernen und neue Beziehungen aufzubauen.

 

Die Suche nach neuen Freundschaften fällt Frauen übrigens nicht leichter als Männern.

Betina Hollstein hatte dies zunächst vermutet,

da die Organisation von Kontakten während der Partnerschaft eher Frauensache ist.